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Traditionelles- vs Funktionelles Krafttraining

Ob im Profi- oder Freizeitbereich, Kraft ist die Basis für jeden Sportler und unsportlichen Durchschnittsbürger. Um Kraft erzeugen zu können, muss die Muskulatur Arbeit verrichten. Der wichtigste Faktor ist demnach die Muskulatur, welche zusätzlich für Stabilität im gesamten Körper sorgt. So weit, so klar! Die Unterscheidung zwischen den unterschiedlichen Krafttrainingsformen sorgt allerdings häufiger für Verwirrung. Was steckt dahinter und welche Art Krafttraining ist am besten geeignet für mich?

 

Traditionelles Krafttraining findet in der Regel an Geräten statt, an welchen einzelne Muskeln in Teilbewegungen isoliert trainiert werden. Im Fokus stehen Muskelaufbau und die Steigerung der Maximalkraft. Im funktionellen Krafttraining hingegen finden Bewegungen vorrangig „frei“ statt. Dies erfordert Stabilität und Balance vom Körper selbst. Der Fokus liegt auf dem Training von Bewegungsmustern anstatt isolierten Muskeln. Um etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen, möchte ich einige Vor- und Nachteile beider Formen näher beleuchten:

 

Traditionelles Krafttraining:

 

Vorteile:

  • Einzelne Muskeln können gezielt trainiert werden – maximaler Muskelaufbau möglich + gute Wiedereinstiegsmöglichkeit nach Verletzungen oder Korrektur von Dysbalancen
  • Gerätegestützte Bewegungen minimieren die Gefahr einer falschen Ausführung - geringe Verletzungsgefahr aufgrund der nicht erforderlichen gleichzeitigen Stabilisierung mehrerer Gelenke

Nachteile:

  • Durchführung nur mithilfe von Equipment möglich (Fitnessstudio)
  • Kein gezieltes Training der stabilisierenden Muskulatur
  • Wenig Übertrag in den Alltag oder in eine konkrete Sportart, da kein Training von Bewegungsmustern (natürlichen Bewegungsabläufen)
  • Weniger Anpassung des passiven Bewegungsapparates

Funktionelles Krafttraining:

 

Vorteile:

  • Übungen sind alltagsgerecht und können auch von Zuhause durchgeführt werden
  • Training komplexer Bewegungsabläufe, somit Verbesserung von Bewegungsmustern
  • Großer Transfer in den Alltag – Hilfsmuskulatur / stabilisierende Muskulatur wird mittrainiert
  • Verbesserung Sensorik / Wahrnehmung des eigenen Körpers
  • Zeitsparend
  • Prävention von Verletzungen
  • Verbesserung der Koordination
  • Stärkung des Herz-Kreislaufsystems

Nachteile:

  • Vor dem Einsatz von hohen Gewichten ist ein Erlernen der Bewegung wichtig
  • Höhere Konzentration erforderlich

Sowohl funktionelles- als auch traditionelles Krafttraining tragen enorm zur körperlichen Gesundheit bei. Je nach Trainingsziel und Trainingsstand empfehle ich für optimale Ergebnisse eine Kombination beider Krafttrainingsformen.